Schnarchen beginnt im Mund – 7 Fragen, die wir in der Praxis am häufigsten hören

Kurz gesagt: Schnarchen entsteht, wenn Unterkiefer und Zunge im Schlaf nach hinten sinken und der Atemweg enger wird. Eine individuell angefertigte Schnarchschiene hält den Unterkiefer sanft vorne und kann so für ruhigere Nächte sorgen – ohne Operation und ohne Maske. Ob sie für Sie infrage kommt, klären Arzt und Zahnarzt gemeinsam.

„Ich schlafe seit Jahren im Gästezimmer.“ Diesen Satz hören wir in unserer Münchner Praxis öfter, als man denkt. Meist sagt ihn nicht die Person, die schnarcht – sondern die, die daneben liegt.

Schätzungen zufolge schnarcht etwa jeder dritte Erwachsene regelmäßig. Viele halten das für ein HNO-Thema. Dabei beginnt Schnarchen dort, wo wir Zahnärzte jeden Tag arbeiten: im Mund.

In Folge 21 unseres Zahnpodcast von BEIT habe ich darüber mit dem Schlafmedizin-Zahnarzt Dr. Karl Haushofer und Laborleiter Elias Dörr gesprochen. Hier sind die Antworten auf die Fragen, die uns Patientinnen und Patienten am häufigsten stellen.

1. Warum schnarchen wir überhaupt?

Im Schlaf entspannt sich die Muskulatur im Mund- und Rachenraum. Der Unterkiefer sinkt leicht nach hinten, die Zunge rutscht mit, der Atemweg wird enger. Die Luft zwängt sich hindurch und bringt das weiche Gewebe am Gaumen zum Flattern – wie eine Fahne im Wind. Das hören wir als Schnarchen.

2. Ist Schnarchen gefährlich?

Gelegentliches Schnarchen, etwa bei einer Erkältung, ist meist harmlos. Aufmerksam werden sollten Sie, wenn die Atmung nachts immer wieder aussetzt. Dann kann eine obstruktive Schlafapnoe dahinterstecken, die langfristig Herz und Kreislauf belasten kann.

3. Der 60-Sekunden-Check: Sollten Sie das abklären lassen?

Fragen Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner – und sich selbst:

  • Gibt es Atemaussetzer mit anschließendem „Luftschnappen“?

  • Ist das Schnarchen laut und unregelmäßig?

  • Sind Sie tagsüber oft müde, unkonzentriert oder nicken kurz ein?

  • Wachen Sie mit Kopfschmerzen oder trockenem Mund auf?

Schon ein „Ja“ ist ein guter Grund, mit Ihrer Hausärztin, einem HNO-Arzt oder Schlafmediziner zu sprechen.

4. Wer stellt die Diagnose – Arzt oder Zahnarzt?

Die Diagnose stellt der Arzt, meist mit einer Messung im Schlaflabor oder einem kleinen Gerät für zu Hause. Wir als Zahnarztpraxis prüfen etwas anderes: Sind Zähne, Zahnfleisch und Kiefergelenke gesund genug für eine Schiene? Und wie beweglich ist der Unterkiefer? Erst wenn beide Seiten grünes Licht geben, geht es weiter.

5. Wie wirkt eine Schnarchschiene?

Der Fachbegriff lautet Unterkieferprotrusionsschiene. Sie besteht aus zwei Teilen für Ober- und Unterkiefer und hält den Unterkiefer nachts sanft ein Stück nach vorne. Die Zunge wandert mit, der Rachen bleibt offener, das Gewebe flattert weniger.

Wichtig: Eine gute Schiene ist kein Produkt von der Stange. Sie wird nach Scan oder Abdruck im Fachlabor individuell gefertigt und danach schrittweise eingestellt.

6. Wie läuft die Behandlung ab?

  1. Diagnose beim Schlafmediziner oder HNO-Arzt

  2. Zahnärztliche Untersuchung von Zähnen, Zahnfleisch und Kiefergelenken

  3. Scan oder Abdruck und Bissnahme

  4. Individuelle Anfertigung im Labor

  5. Einstellen der Schiene und Kontrollmessung

7. Zahlt die Krankenkasse die Schnarchschiene?

Bei reinem Schnarchen ist die Schiene in der Regel eine Privatleistung. Ist eine obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert und kommt die CPAP-Maske nicht infrage, kann die gesetzliche Krankenkasse die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen. Was in Ihrem Fall gilt, besprechen wir gern persönlich.

Ruhige Nächte beginnen mit einem Gespräch

Sie oder Ihr Partner schnarchen? Dann vereinbaren Sie einen Beratungstermin in unserer Praxis in der Münchner Altstadt (Hildegardstraße 11, 80539 München, Tel. 089 2283833). Wir prüfen, ob eine Schnarchschiene für Sie geeignet ist, und arbeiten dabei eng mit Schlafmedizinern zusammen.

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Lieber zuhören? Die ganze Folge 21 gibt es als Video auf YouTube und als Podcast auf Spotify. Den ausführlichen Artikel finden Sie im BEIT Magazin.

Häufige Fragen

Was hilft gegen Schnarchen?

Je nach Ursache helfen Gewichtsreduktion, weniger Alkohol am Abend, Seitenlage oder eine individuell angefertigte Schnarchschiene vom Zahnarzt. Vorher sollte ärztlich geklärt werden, ob eine Schlafapnoe vorliegt.

Kann ein Zahnarzt bei Schnarchen helfen?

Ja. Der Zahnarzt fertigt nach ärztlicher Diagnose eine Unterkieferprotrusionsschiene an, die den Unterkiefer nachts nach vorne hält und den Atemweg offener hält.

Zahlt die Krankenkasse eine Schnarchschiene?

Bei diagnostizierter obstruktiver Schlafapnoe kann die gesetzliche Krankenkasse die Schiene unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen, etwa wenn eine CPAP-Therapie nicht infrage kommt. Bei reinem Schnarchen ist sie meist eine Privatleistung.

Wo bekomme ich eine Schnarchschiene in München?

In der Zahnarztpraxis Dr. Anja Geisler in der Münchner Altstadt (Hildegardstraße 11) – in Zusammenarbeit mit Schlafmedizinern und einem Fachlabor.

Über die Autorin: Dr. Anja Geisler ist Zahnärztin in München mit über 30 Jahren Erfahrung in ästhetischer Zahnheilkunde und Gastgeberin des Zahnpodcast von BEIT.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder zahnärztliche Beratung.

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